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„Der Orden!“
Gestern wieder: ich fahr mit ihr zum Tierarzt zum Chippen und Ohrenreinigen. Im Wartezimmer steht sie fröhlich und selbstebewußt rum „Pass bloss auf, sonst box ich dich um!“ , läßt sich regungslos von Rottweiler und Husky beschnuppern. Spielt sozusagen „den Fels in der Brandung“, dann geht sie an strammer Leine den ganzen Flur entlang „Löllölööö wir besuchen wen!“ und zieht mich ins Sprechzimmer. In dem Moment wo sie auf dem Tisch steht = „Pflückehund“!! Sie kriecht mir auf die Schulter, unter den Arm, drückt sich an mich, schnauft und atmet in höchster Erregung. Oh Gott sie tut mir dann immer so leid! Immer wieder müssen wir sie von mir runterpflücken! Der Ta reinigt ihr vorsichtig die Ohren, zwischendurch versucht Lenchen ihre Situation durch Posititionswechsel zu verbessern „MAMA HILF MIR!“ Dann kommt die Kanüle mir dem Chip, ich kann gar nicht hinsehen, bei meinen Malis sah sie viel kleiner aus! Leni steht schnaufend wie ein Raddampfer auf dem Tisch, den Einstich merkt sie überhaupt nicht. Beim Rausziehen verfärbt ein kleiner Blutstropen ihr weißes Fell glutrot. Er prangt an ihrer makellosen Halsseite wie ein kleiner Orden. Sechs Hände bekuscheln und beknuddeln sie, ich setze sie wieder auf den Fußboden. Und sie beginnt ihren Freudentanz „Hurra ich lebe noch!“ hüpfend, schnaufend springt sie durch die Praxis, versucht jeden Anwesenden zu erobern, läuft um den Tisch, springt mich an, dann den TA und wieder mich und dann die Helferin. Einen Moment findet sie Ruhe sich flundermäßig platt auf die kalten Fliesen zu legen um den erhitzten Bauch zu kühlen. Wir sind fertig. Ich nehme die Leine, öffne die Tür, Lenis Gesichtsausdruck verändert sich, sie hebt das kleine Kinn noch ein Stück höher, (wenn sie könnte würde sie bestimmt kurz mit einem feuchten Finger über ihre Augenbrauen streichen), drückt das Kreuz durch und stolziert fröhlich und etwas arrogant den ganzen langen Flur vor mir entlang. Die anderen anwesenden Hunde werden nur aus dem Augenwinkel beobachtet „Ja, guckt nur genau hin! Ich trage diesen Orden, ohne Mucksen bin ich bei vollem Bewußtsein operiert worden! Ihr Weicheier ihr!“ In Seelenruhe steht sie unbeweglich vor dem Tresen während ich bezahle. Dann gehen wir raus, da sprintet sie los, ab auf die Wiese, hockt sich hin und pullert und pullert und pullert. Ich bilde mir ein leises „Phuuuu“ gehört zu haben. Die Erleichterung steht ihr ins verknautschte Gesicht geschrieben. Sie hüpft ins Auto in ihre Box, ich drück ihr einen sentimentalen Kuß auf ihre schwarze-weiße Stirn und sie schenkt mir diesen Blick der direkt ins Herz geht! Danach fahren wir ins Feld um einen Entspannungsspaziergang zu machen und freuen uns daran das wir uns haben und die Vögel so schön zwitschern!
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